Habichtskäuze im Anflug für Wiederansiedelung

Link zu Video siehe unten

12.07.2017: Kleine Vögel mit großer Mission: 30 junge Habichtskäuze werden heuer im Rahmen des Wiederansiedelungsprojektes in Österreich ins Freiland entlassen. Zwei Tiere kamen am Freitag per Sonderflug aus der Schweiz am Flughafen Wien-Schwechat an. Deutlich kürzer war die Reise für die drei Habichtskäuze aus dem Tiergarten Schönbrunn. Die kleinen Eulen werden nun von ForscherInnen der Vetmeduni Vienna auf das Leben in den Wäldern vorbereitet.

Auch im Frühsommer 2017 werden wieder junge Habichtkäuze freigelassen. Die neue Heimat der beiden Habichtskäuze aus der Schweiz wird der Biosphärenpark Wienerwald sein. Die drei Jungvögel aus Schönbrunn werden im niederösterreichischen Wildnisgebiet Dürrenstein, Österreichs letztem Urwald, freigelassen. „Heuer können wir insgesamt 30 Jungvögel zur Stärkung der Habichtskauz-Population in die Natur entlassen“, freut sich Projektleiter Richard Zink vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna. Nach neun Jahren Projektlaufzeit haben sich 2017 bereits 18 Brutpaare im Freiland gefunden und erfolgreich für Nachwuchs gesorgt.

Freilassung mit Vorbereitungen
Das Schweizer Eulenpärchen stammt aus der Greifvogelstation Berg am Irchel, die das Wiederansiedelungsprojekt in Österreich unterstützt. Nach ihrer Ankunft am Flughafen wurden die beiden Vögel an ihren Freilassungsplatz im Wienerwald gebracht. Dort erholen sie sich in einem großen Gehege in Ruhe von der weiten Reise und gewöhnen sich an die neue Heimat. Die Habichtskäuze, die am 8. April im Tiergarten Schönbrunn geschlüpft sind, sind bereits in der entsprechenden Voliere im Wildnisgebiet Dürrenstein.

Nun warten die Vögel auf den großen Moment: Nach einigen Wochen öffnet sich in der Dämmerung eine Luke in die Wildnis und die Käuze können ihren neuen Lebensraum erkunden. „Wir haben im Laufe unseres Projektes herausgefunden, dass es wichtig ist, die Jungkäuze schon mit einem Alter von 90 bis 100 Tagen freizulassen. Dann haben sie die besten Überlebenschancen“, berichtet Zink. In diesem Alter verbleiben die jungen Eulen einige Zeit am Freilassungsplatz, bevor sie sich ein eigenes Revier suchen. Sie werden in den ersten Wochen von den Wissenschaftern regelmäßig mit Futter versorgt. „Erst mit etwas Erfahrung werden die Jungtiere selbst zu perfekten Mäusejägern“, betont Zink. Jede Eule wird mit einem andersfarbigen Ring markiert, um sie bei Beobachtungen individuell erkennen zu können.

Das Jahr 2017 verzeichnete für die Wiederansiedelung bereits einen Rekord: Insgesamt 50 junge Eulen schlüpften im Freiland. „Trotz dieses Erfolges muss uns bewusst sein, dass die gerade entstehende Population nach wie vor bedroht ist“, merkt Zink an. Mindestens 50 Brutpaare sind nötig, damit die Population nachhaltig Bestand hat. Ein vorzeitiges Ende des Projektes wäre riskant und könnte zum erneuten Aussterben des Habichtskauzes in Österreich führen.

Video zur Abholung der Jungkäuze im Tiergarten Schönbrunn

Veranstaltungen 2017

29.4. “Frühlingsfest im Lainzer Tiergarten” am Lainzer Tor, 1130 Wien, 12-18 Uhr

1.5. “Biosphärenpark Cup”, 3031 Tullnerbach, 10-15 Uhr

10. 6. “Tag der Artenvielfalt”, Parkgasse Gemeinde Alland, 2534 Alland, 13-18 Uhr

10.6. Tag der offenen Tür, Veterinärmedizinische Universität Wien, Veterinärplatz 1, 1210 Wien, 10-17 Uhr

20.7. Vorlesung bei der Kinderuni Vetmed, 1210 Wien

2. & 3.9. Artenschutztage, Tiergarten Schönbrunn, 1130 Wien, 9-18 Uhr

Habichtskauz Webcam online!

Verfolgen Sie das Heranwachsen der kleinen Habichtskäuze!

Sie wollten schon immer wissen, was sich in einem Habichtskauz Nistkasten abspielt?

Ab jetzt haben Sie die Möglichkeit eine ganze Brutsaison im Wiederansiedelungsprojekt live mitzuverfolgen! “Frieda” und “Archimedes” erlauben uns einen Blick in ihren Nistkasten. Wir wünschen viel Spaß beim “Habichtskauz Fernsehen”!

Die Webcam finden Sie unter dem Link www.vebn.at

Veranstaltungen 2016

Bei folgenden Veranstaltungen wird das Projekt mit einem Infostand vertreten sein:

26.3. “Tierfrühling am Bauernhof” in den Blumengärten Hirschstetten, 1220 Wien, 10-18 Uhr, weitere Informationen hier
23.4. “Frühlingsfest im Lainzer Tiergarten” am Lainzer Tor, 1130 Wien, 12-18 Uhr
1.5. “Biosphärenpark Cup”, 3031 Tullnerbach, 10-15 Uhr
11. 6. “Tag der Artenvielfalt”, Lainzer Tiergarten, 1130 Wien, 13-18 Uhr
21.7. Vorlesung bei der Kinderuni Vetmed, 1210 Wien, 13-14 Uhr
3. & 4.9. Artenschutztage, Tiergarten Schönbrunn, 1130 Wien, 9-18 Uhr

Diese Liste wird laufend ergänzt.

Newsletter 2015 Download

Dezember 2015

September 2015

Juni 2015

März 2015

Veranstaltungen 2015

Information für Jung und Alt an den Infotagen:
August: Artenschutztage im Tiergarten Schönbrunn
17.7. KinderUni an der Vetmed Wien
12./13.6. Tag der Artenvielfalt im Biosphärenpark Wienerwald in Breitenfurt bei Wien
30.5. Tag der offenen Türe an der VetmedUni Wien, 1210 Wien
25.4. Frühingsfest im Lainzer Tiergarten, 12 bis 18 Uhr
24./25.1. Artenschutztage im Tiergarten Schönbrunn. Infostand zu Nistkästen für den Habichtskauz

2014 - ein gutes Jahr für die Habichtskäuze

Positive Zwischenbilanz

Seit Jahrzehnten gilt der Habichtskauz in Österreich als ausgestorben. Letzte erfolgreiche Bruten fanden vor mehr als einem halben Jahrhundert statt. Vor einigen Tagen entdeckte Wildbiologe, Richard Zink eine wissenschaftliche Sensation: Inmitten des Biosphärenparks Wienerwald fand er in der Krone einer mächtigen Rotbuche ein kleines Habichtskauz-Kücken.

Seine Eltern haben im letzten Herbst zusammen gefunden, den kalten Winter gemeinsam überstanden und im Frühling einen Nistplatz ausgewählt. Das Weibchen wurde im Jahr 2009 geboren und im Alter von vier Monaten freigelassen. Das Männchen ist ein Jahr jünger; es kam aus der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee in den Wienerwald. Wie bei Habichtskäuzen üblich, werden sich die Elternvögel lebenslang treu bleiben.

„Die erste erfolgreiche Brut ist ein wesentlicher Meilenstein im österreichischen Habichtskauz-Projekt“, freut sich Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI). „Sie zeigt, dass die Bemühungen der Kooperationspartner – Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Land Niederösterreich, Österreichische Bundesforste – und weiteren Projektbetreiber, den Habichtskauz in den heimischen Wäldern wiederanzusiedeln, erfolgreich sind.“

Seit 2009 bemüht sich unter der Leitung des FIWI, der Vetmeduni Vienna, eine Gruppe ambitionierter Wissenschaftler, die Wiederansiedlung dieser seltenen Waldeule in Österreich durch Zucht und Freilassung junger Habichtskäuze zu unterstützen. Dass die Brut in Österreich bereits im dritten Jahr erfolgreich war, ist in der Tat etwas Besonderes. Im Bayerischen Wald wurde der Habichtskauz bereits in den 1970er Jahren wiederangesiedelt. Dort ließen erste Bruterfolge zehn Jahre auf sich warten. Die beiden Freilassungsstandorte Wildnisgebiet Dürrenstein und Biosphärenpark Wienerwald wurden bewusst zum Brückenschlag zwischen den verbliebenen Populationen in Slowenien, der Slowakei und dem wiederangesiedelten Vorkommen im Bayerischen Wald gewählt. Ziel ist die nachhaltige Vernetzung mitteleuropäischer Habichtskauz-Bestände.

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