Als ehemals zumindest sporadischer Brutvogel Österreichs stehen Schutzbemühungen um den Habichtskauz in diesem Land seit gut zwei Jahrzehnten zur Diskussion. Allerdings erschwert der geringe verfügbare Kenntnisstand über das historische wie rezente Vorkommen des Habichtskauzes ein eindeutiges Vorgehen in einer Schutzstrategie für diese „Leitart“ alter Laubmischwälder. Darüber hinaus haben ein Wiederansiedlungsprojekt in der benachbarten nördlichen Grenzregion sowie prosperierende Populationen im Osten und Südosten unseres Landes zu unterschiedlichen Ansätzen in der Förderung eines sich wahrscheinlich erneut etablierenden heimischen Brutbestandes geführt. Um einerseits den Bemühungen des Artenschutzes in der Öffentlichkeit ein förderliches und klares Bild zu vermitteln und andererseits dem notwendigen fachlichen Dialog ausreichend Raum zu geben, wurde ein Fachgespräch im Juli 2007 am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie ein international besetzter Workshop im Oktober 2008 im Naturwissenschaftlichen Verein in Klagenfurt abgehalten.

Die Ergebnisse der dort engagiert geführten Gespräche und nachfolgender Diskussionen mündeten im bestmöglichen Einvernehmen in die nun vorliegenden „Grundlagen & Empfehlungen zu einem Aktionsplan für den Habichtskauz“, deren einziges Ziel der dauerhafte Schutz der Großeule und ihrer gefährdeten Lebensräume in Mitteleuropa ist und der die involvierten Fachleute, Behördenvertreter und betroffene Öffentlichkeit zu einem gemeinsamen Vorgehen einlädt.

Hans-Martin Berg
Naturhistorisches Museum Wien

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